Doping im Fußball

Was passiert sonst noch?

Doping im Fußball

Beitragvon Dread » Freitag 29. April 2016, 14:08

Hier ein paar aktuelle Links als Einstieg zum Thema:

Änis Ben-Hatira: Wirbel um Spritzenfoto von Eintracht-Profi
Doping? Liverpool zieht Sakho aus dem Verkehr
UEFA sperrt Sakho vorläufig

Natürlich wundert es mich nicht, dass Doping auch im Fußball praktiziert wird. Viel mehr wundert es mich, wie (wenig) das Thema behandelt wird.

(schlechtes) Beispiel:
Der BVB legt keinen Einspruch gegen die Niederlage gegen Liverpool ein, obwohl ausgerechnet Sakho (nur drei Tage später des Dopings überführt!) ein Tor erzielte. Vermutlich, weil sie sich ohnehin keine Chancen darauf ausrechnen, dass dem Einspruch stattgegeben wird. Ein Nachweis, dass Sakho auch im Spiel gegen den BVB gedopt war, wird nicht zu erbringen sein. Ein fahler Beigeschmack bleibt.

Ohnehin ist mir das Strafmaß diskussionswürdig. Hier wird in einer Mannschaftssportart nur der Einzelspieler bestraft und damit scheint der Gerechtigkeit Genüge getan zu sein. Aus meiner Sicht, geht die Bestrafung (i.d.R. Spielersperre) nicht weit genug und ist der völlig falsche Ansatz.

Stattdessen sollte der gesamte Verein bestraft und dessen (nachfolgenden) sportliche Erfolge annulliert und Fernseh-/Preisgelder wohltätigen Zwecken gespendet werden (z.B. Behindertenwerkstätten, etc.). Vertraglich festgehaltene Schadensersatzansprüche gegen die eigenen Spieler würden wirtschaftliche Verluste des Vereins kompensieren und ein klares Signal für sauberen Vereinsfußball setzen. Mal ganz abgesehen davon, dass Spieler somit jeglicher Anreiz für illegale Leistungssteigerung genommen würde. Doping wäre somit unattraktiv, wenn er denn nicht von den Vereinen selbst betrieben und geschützt würde. In diesem Falle wäre ein Zwangsabstieg um zwei Spielklassen sicher ein probates Mittel.

Mir ist bewusst, dass das schwer durchzusetzen ist, weil da Thema kompliziert und für alle Beteiligten unbequem ist. Unordnung im Spielbetrieb und Chaos wäre die Folge. Darüber hinaus wäre der Nachweis/Beweisführung der Schuldfrage zeitaufwändig und eine Menge Fragen und Details gäbe es zu klären. Ist Doping aber deshalb zu tolerieren, weil Verbände und Vereine sich der Verantwortung entziehen und keine nachhaltigen Konzepte gegen Doping liefern können oder wollen?

Ist die Vorbildfunktion, der Fairnessgedanke schon so abgedroschen und unzeitgemäß, dass solche Begriffe nur noch wertlos und lächerlich wirken?
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Re: Doping im Fußball

Beitragvon thommy » Freitag 29. April 2016, 16:20

hier steht die Begründung weshalb der BVB auf Einspruch verzichtet hatte:


http://www.kicker.de/news/fussball/intl ... rkehr.html

"Trotzdem braucht sich der BVB keine Hoffnungen auf eine neue Wertung zu machen, die Verantwortlichen hegen auch keinerlei Einspruch-Pläne. Es hätte ohnehin wenig Aussicht auf Erfolg.

Liverpool muss keinen Ausschluss befürchten

Denn selbst wenn sich der positive Dopingtest bestätigen sollte: Als Klub hat der FC Liverpool vorerst keine Konsequenzen zu befürchten. Zu einem möglichen Ausschluss aus dem laufenden oder nächsten Wettbewerb kann es laut UEFA-Bestimmungen erst kommen, "wenn während der Dauer eines Wettbewerbs mehr als zwei Mitgliedern einer Mannschaft gegen Anti-Doping-Vorschriften verstoßen haben"."

... man muss den Verein ja nicht gleich komplett aus dem Wettbewerb nehmen, aber so einfach davonkommen lassen geht auch nicht....
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