Identifikation und Kontinuität

Alles rund um den Verein und die Verantwortlichen

Identifikation und Kontinuität

Beitragvon Zauberberg » Sonntag 26. Mai 2013, 08:59

Identifikation mit dem Verein wird heutzutage groß geschrieben. Kontinuität (also das Gegenteil von Fortuna Düsseldorfs Wahnsinn, fast die gesamte Aufstiegsmannschaft zu entlassen. Folge: Abstieg!) ebenso. Der Vertrag mit Luhukay wurde deshalb folgerichtig verlängert. Aber: Welche Gründe gibt es für die Trennung von bewährten Alt-Herthanern wie zuerst Karsten Heine und jetzt Christian Fiedler (und Blüthmann). Es ist nicht vermittelt worden und somit unverständlich und spricht dem offiziellen Gerede von Kontinuität Hohn! Klaus Becker (Vereinsmitglied)
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Re: Identifikation und Kontinuität

Beitragvon truckmikki » Sonntag 26. Mai 2013, 09:28

Zauberberg hat geschrieben:Identifikation mit dem Verein wird heutzutage groß geschrieben. Kontinuität (also das Gegenteil von Fortuna Düsseldorfs Wahnsinn, fast die gesamte Aufstiegsmannschaft zu entlassen. Folge: Abstieg!) ebenso. Der Vertrag mit Luhukay wurde deshalb folgerichtig verlängert. Aber: Welche Gründe gibt es für die Trennung von bewährten Alt-Herthanern wie zuerst Karsten Heine und jetzt Christian Fiedler (und Blüthmann). Es ist nicht vermittelt worden und somit unverständlich und spricht dem offiziellen Gerede von Kontinuität Hohn! Klaus Becker (Vereinsmitglied)


Hallo Klaus, zumindest was Karsten Heine betrifft wurden die Gruende ja schon kommuniziert.
Ich wiederhol mal kurz was Preetz auf der MV dazu sinngemaess sagte:
Wir haben nen Haufen junge Trainer (teils ehemalige Spieler) die sich weiter entwickeln wollen/sollen...dafuer muss natuerlich weiter oben dann Platz gemacht werden. Heine wurde also nicht zugetraut unserer U23 neue Impulse zu geben, deshalb wird jetzt der Staffelstab weitergereicht.
Ich finde das als Begruendung sowohl nachvollziehbar als auch ausreichend!
Bei Fiedler und Bluethmann geb ich dir Recht.
Gruss Mikki
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Re: Identifikation und Kontinuität

Beitragvon kraichgauer » Sonntag 26. Mai 2013, 09:32

Zauberberg hat geschrieben:Identifikation mit dem Verein wird heutzutage groß geschrieben. Kontinuität (also das Gegenteil von Fortuna Düsseldorfs Wahnsinn, fast die gesamte Aufstiegsmannschaft zu entlassen. Folge: Abstieg!) ebenso. Der Vertrag mit Luhukay wurde deshalb folgerichtig verlängert. Aber: Welche Gründe gibt es für die Trennung von bewährten Alt-Herthanern wie zuerst Karsten Heine und jetzt Christian Fiedler (und Blüthmann). Es ist nicht vermittelt worden und somit unverständlich und spricht dem offiziellen Gerede von Kontinuität Hohn! Klaus Becker (Vereinsmitglied)

man wollte auf der trainerposition kontinuität haben.das erhofft man sich von jos.die gründe für die entlassungen/nicht verlängern der verträge werden der micha und der jos sich schon gut überlegt haben.ich persönlich denke das jos da auch veränderungen wollte,ich finde die entscheidung auch gut,neue wege einzuschlagen.ob es richtig war wird man sehn.
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Re: Identifikation und Kontinuität

Beitragvon staflip » Sonntag 26. Mai 2013, 09:41

Ich halte die Entscheidungen, sowohl bei Heine als auch bei Fiedler, für vollkommen gerechtfertigt. Die Entwicklung unserer U23 stagniert seit Jahren auf dem gleichen Niveau. Bisher hat das keinen Trainer gestört, Luhukay möchte aber den Nachwuchs weiter voran bringen und in den Profibereich integrieren. Das war mit Heine anscheinend nicht mehr möglich. Folglich wird versucht mit neuen (eigenen) Trainern neue Impulse zu schaffen. Es reden doch immer alle darüber, dass sich Dinge ändern müssen, jetzt ist es mal passiert. Und gleich weinen wieder alle rum, nur weil es sich um altgediente Herthaner handelt. Die haben nunmal auch keine Immunität auf Lebzeit, nur weil sie seit Jahren im Verein sind.

Zu Christian Fiedler fällt mir auch nur ein, dass er vom Typ her nicht gerade das ist, was den modernen Torwart ausmacht. Schon zu aktiven Zeiten hatte er mächtige Defizite im spielerischen Bereich und in der Strafraumbeherrschung. Und das soll unseren Keepern nun auch beigebracht werden? Ja, er ist Herthaner, ja er hat sich Jahre für den Verein den Arsch aufgerissen, aber das auch oftmals aus Mangel an Alternativen. Ich hoffe er kann irgendwo anders als Torwarttrainer nochmal neu anfangen, das wünsche ich ihm wirklich von Herzen. Bei uns war seine Zeit nunmal vorbei.
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Re: Identifikation und Kontinuität

Beitragvon Slaver » Sonntag 26. Mai 2013, 14:25

An Fiedler gabs ja schon längere Zeit Kritik an seiner Ausstrahlung, auch von der Vereinsführung. Obwohl er sich nach dieser Kritik nicht änderte, hat man trotzdem noch an ihm festgehalten. Nun ist Luhukay Cheftrainer und nach dieser Saison zusätzlich mit der Arbeit von Fiedler nicht zufrieden. In der Summe folgt daraus dann die Trennung. Eine 22-jährige Zugehörigkeit zum Club sind halt auch nicht viel Wert, wenn man seinen Job nicht zur Zufriedenheit der Chefs erledigen kann. Ein Verein arbeitet nunmal erfolgsorientiert. Eine langjährige Vereinszugehörigkeit als Nachweis für einen Job im Trainerteam ist da einfach zu wenig.

Ähnlich sieht es bei Heine aus. Auch an ihm gabs schon länger Kritik, dass die Durchlässigkeit gerade von der U23 zu den Profis nicht gut genug ist, obwohl in den jüngeren Jahrgängen der Jugend gute Arbeit geleistet wird. Nachdem Luhukay mit seinem Trainerteam gekommen ist, gab es ja schon eine Änderung in der Jugend, dass Gellhaus ein Sondertraining mit den größten Talenten aus allen Alterbereichen durchzieht. Nachdem nun mit Frank Vogel, Ante Covic und Pal Dardai einige ihren Trainerschein gemacht haben, geht die Neustrukturierung im Nachwuchs halt weiter. So übernimmt Schwanke jetzt die U23, Covic die U19, Thom die U17 und Dardai die U15.

Der Abgang von Blüthmann kommt, denke ich, auch nicht allzu überraschend, nachdem man sich dort schon mit Schwelka vor der Saison einen absoluten Fachmann von Arminia Bielefeld geangelt hat.

Trainer die keine gute Arbeit mehr machen sind da halt der Neustrukturierung zum Opfer gefallen, nachdem nun auch einige jüngere Trainer nachrücken. Da sehe ich jetzt nichts verwerfliches. So etwas war auch mal dringend nötig.
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Re: Identifikation und Kontinuität

Beitragvon Zauberdrachin » Sonntag 26. Mai 2013, 20:53

Lieber Klaus,

die angestrebte Kontinuität betrifft aus meiner Sicht zwei Dinge von dem sich die Verantwortlichen (endlich) nicht wieder abbringen lassen wollen. Die finanzielle und die sportliche, wobei es da um die kontinuierliche Weiterentwicklung geht, denn grad bei der Weiterentwicklung haperte es in der Vergangenheit.

Wenn man Identifikation und Kontinuität koppelt gerät man vielleicht in einen Zwiespalt, da dann auch Sympathie und Antipathie zum tragen kommen. So wurde anderenorts schon die Kontinuität bei den Positionen der Haupt-Verantwortlichen kritisiert, während es im Aufsichtsrat und Vorstand Umbesetzungen gab, wo nicht sehr groß aufgeschrien wurde.

Nun traf es jedoch einen absoluten Sympathieträger wohl der Mehrheit des Vereins. Wo man jedoch unterscheiden sollte zwischen dem Amt was er nicht mehr ausführen darf und dem, dass er ja nicht aus dem Verein geflogen ist, also seine Mitgliedschaft nicht aufgehoben wurde.
Inwieweit er für eine Stagnation bei den Torwarten sorgte, können wir nicht vollkommen beurteilen. Bei vielen Trainern dürfte die Torwarttrainerposition eher keine große Aufmerksamkeit erhalten.
Da wir jedoch nun einen anderen Ansatz haben bzw. einen anderen Schwerpunkt (endlich!), wurde auch diese Positionen mal in den Fokus genommen, da wir mit Sprint und Gerdeck zwei sehr talentierte Torhüter haben und man auch mit Torhütern durch Transfers Geld reinholen kann, denn es kann immer nur einer spielen.
Mit Kraft ist auch ein Torwart da, der die Arbeit des Torwarttrainers zumindest vergleichen kann, genoss er doch schon einen anderen. Zudem betonte er auch seinen Drang nach Weiterentwicklung.
Und wenn man keine Kontinuität in der Weiterentwicklung erhält ...

Eine Kontinuität aufzubauen, Sympathieträger auf Positionen zu behalten, ist sportlich gesehen zumindest fragwürdig. Das war zwischenzeitlich ratsam, weil wir im Verein durchaus ein Identifikationsproblem hatten. Es wurden auch aufgrund von Verdiensten als Spieler einige im Verein untergebracht. Es musste dann aber auch die Qualität gesteigert werden, d.h. diese mussten sich weiterenwtickeln, was man an den erfolgreichen Fußballlehrerabschlüssen sieht.

Die Qualifizierung von Physio-Therapeuthen können wir ja auch nicht überprüfen. Es setzte sich nur immer mehr die Auffassung im gesamten Profisport durch, dass Verletzungen nicht nur in erster Linie gut behandelt werden sollen, sondern im Idealfall der Impuls zur Entstehung schon erkannt wird und gar keine stärkere Verletzung erst eintritt. Da könnte ich mir ein Manko vielleicht vorstellen. Zudem muss es ärgern, wenn bei Verletzungen die eigenen Spieler dann lieber Fachleute im ganzen Land aufsuchen als hier zu schauen.

...
Ich denke, hier entsteht nicht der Problempunkt in erster Linie in der Kontinuität sondern in der Identifikation, wo es für viele Fans und Mitglieder sehr wichtig ist, "eigene" auf allen Positionen zu haben, was qualitativ nicht mal der FC Bayern auf Dauer praktiziert, da die Qualität doch stärkere Aufmerksamkeit bekommen muss.
Alleine mit Identifikation wird man nicht erfolgreich, sie ist aber immer mit wichtig, um Erfolg zu haben. Jeder, der in dem Verein ist, muss sich für die Zeit des Dabeiseins auch voll mit ihm und den Zielen identifizieren.

Menschen identifzieren sich gern mit einem oder mehreren anderen Menschen, weniger mit Wegen und Zielen. Deswegen wird es immer ein wenig schmerzen, wenn dem Weg (Ziel) Vorrang eingeräumt wird.

Wir konnten uns in der Rückrunde der Abstiegssaison durchaus noch mit dem ein oder anderen Spieler identifizieren, jedoch nicht mehr mit dem Spiel der Mannschaft. Wenn kein Erfolg da ist, zieht man sich in der Identifikation zurück, meine damit man sucht sich "irgendwas/-wen" mit dem man die Identifikation hinbekommt.

Und jeder hat da eine andere "Schwelle", ob Zuschauer im allgemeinen, Mitglieder und Fans.
Die einen haben eine Grundidentifikation mit dem Verein und werden immer dabei bleiben.
Für die anderen sind u.a. der Erfolg eine Identifikationskomponente oder eben wenigstens eine aufopferungsvolle Spielweise der Mannschaft, etc.

Es finden Veränderungen statt. Sich damit zu identifizieren ist den meisten nicht umgehend möglich.
Wenn Entscheidungen schnell nacheinander getroffen werden fehlt aus meiner Sicht auch den Verantwortlichen etwas die Zeit für alle Gedanken um alle Verabschiedungensszenarien zu durchdenken. Und jeder hat auch eine andere Subjektivität, bei welcher Dauer etc. denn nun was wie angemessen wäre. Und das hängt immer damit zusammen, wer wie stark von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde und wird.
Wie schon treffend bemerkt wurde, wurden langjährige Angestellte vor einiger Zeit entlassen, die vielleicht sogar schon länger im Verein waren und sind als Fiedler. Welche Kriterien sind maßgebend?
Eine Formel dafür wird es nicht geben.
Wir sind viele!
Wir vergeben nicht!
Wir vergessen nicht!
Erwartet uns!


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Re: Identifikation und Kontinuität

Beitragvon Start-Nr.8 » Montag 27. Mai 2013, 08:55

Die Arbeit des Torwarttrainers einzuschätzen dürfte für einen Fan wohl genau so unmöglich sein, wie die des Physiotherapeuten. Keine Ahnung, wie die Ihren Job machen.

Wenn es den Ansprüchen nicht mehr genügt, dann soll es eben so sein.

Ich maße mir nicht an, diese Situation besser beurteilen zu können, als die Geschäftsführung. Wenn man sich bei Hertha ein anderes Torwarttraining vorstellt und Fiedler das nicht leisten konnte oder wollte, dann muss es ein anderer tun.

Klaus, es stellt sich eben genau die Frage, ob das Wort "bewährt" aus Deinem Beitrag zutrifft.
Suum Cuique
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