Änis Ben-Hatira

Hier geht's nur um Ex-Herthaner.

Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon staflip » Dienstag 31. Januar 2017, 09:06

Franki IV hat geschrieben:
staflip hat geschrieben:
Franki IV hat geschrieben:Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie vor Jahren, als er oder Dejagah ein Länderspiel gegen Israel aus politischen Gründen abgesagt hatten, dafür einige hier volles Verständnis hatten.

Mittlerweile sollten allen sehen, wo so etwas hinführt. Ihm ist nicht mehr zu helfen.

Das war Dejagah und das auch nur, weil ein israelischer Stempel im Reisepass zu dieser Zeit bedeutete, dass er ein Einreiseverbot in den Iran erhalten hätte...



Yupp, und nun kommt er nicht mehr in die USA. Herzlichen Glückwunsch. Ist doch krank die ganze Sache. Demnächst gibt es denn keinen internationalen Sport mehr, weil Land x Sportler aus Land y nicht mehr reinlässt.

"Wie seid ihr ins Finale eingezogen"? "Ach, unser Präsident hat einfach den Gegenspielern die Einreise verboten".

Wenn gegen solche Entwicklungen keiner was sagt, tja, dann werden wir sie wohl so bekommen. Mal kucken. Die Fifa muss dann bei der WM-Vergabe sich immer schon mal bestätigen lassen, dass alle anderen 47 auch ja reindürfen.

So etwas muss thematisiert werden. Und daher habe ich für solche radikalen Ideen wenig übrig. Habe mich damals schon gefragt, wenn wir mehrere Iraner im Team hätten, und in der CL/EL gegen Tel Aviv spielen würden, wir dann mit unserer A-Jungend anzutreten hätten. Demnächst stellt dann jede Mannschaft einen Israeli auf, damit beim Gegner gleich erst mal 4 Spieler nicht auflaufen. Weiß gar nicht ob das ein Aprilscherz war, das Real sich das Kreuz im Wappen rausmalen soll, nur um auf Befindlichkeiten im arabischen Raum Rücksicht zu nehmen. Am Ende werden dann Spieler, die sich bei Ihrer Einwechslung bekreuzigen, während der WM in Katar gleich verhaftet und vor den Reli-Richter gezerrt.
Wie gesagt, ich habe für radikalen Methoden wenig übrig. Daher hätte ich eine Thematisierung von Dejagah gut gefunden. Auch, wen er sich dann am Ende seinem Staat gefügt hätte. Es aber zu thematisieren ist wichtig. Und die int. Aufmerksamkeit zu schärfen.

Dann wäre eine Kritik an den Regelungen des Iran an der Tagesordnung gewesen (die es seit Jahrzehnten ja - inklusive Sanktionen - bereits gibt) und keine Kritik an Dejagah. Der hatte damals Schiss seine Familie nicht mehr besuchen zu dürfen und entschuldige, aber DAS kann ich mehr als nachvollziehen.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin voll und ganz bei dir, dass Einreiseverbote, die sich auf Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlecht, sexuelle Neigung oder oder oder beziehen absoluter Müll sind. Und das sowas in der heutigen Zeit nichts verloren hat.
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon tomnoah » Dienstag 31. Januar 2017, 15:48

Aber "America first" war doch ein Volltreffer. Deshalb haben die Leute Trump gewählt. Das ist Demokratie. Vielleicht mehr als bei uns. Wenn man Trumps Wahlkampfmotto ins Deutsche übersetzt, dann hört sich das so an: "Deutschland, Deutschland ühüber ahalles....". Kommt mir irgendwie bekannt vor. Vielleicht sollten wir unseren Parteien der Mitte das für den bevorstehenden Wahlkampf empfehlen. Damit wir die AFD schnellstmöglich loswerden und bei uns hier nicht auch irgendwelche Kloppsköppe das Zepter schwingen.....

.....ach so, es geht ja um ÄBH. Da muss ich was zu sagen, um nicht OT zu sein. Am besten als "Gefährder" ausweisen ! :mrgreen:
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon Spreepirat » Dienstag 31. Januar 2017, 19:37

Erst komplett OffTopic und im Nachgang geschmacklos ...
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon herthamichi » Dienstag 31. Januar 2017, 19:48

Der ehemalige Darmstädter Bundesliga-Profi Änis Ben-Hatira hat einen neuen Verein gefunden.

Der 28-Jährige wechselt zum türkischen Erstligisten Gaziantepspor. Vereinspräsident Ibrahim Kizil bestätigte die Verpflichtung am Dienstag. Er ließ zugleich durchblicken, dass die Vorgeschichte, die zu Ben-Hatiras Aus beim Bundesligisten geführt hatte, eine Rolle spielte. "Unser Land heißt Muslime bedingungslos willkommen", sagte Kizil laut der türkischen Nachrichtenagentur DHA in einer schriftlichen Mitteilung. "Wir sind Hatira beigestanden und haben den Transfer vollzogen."

http://www.reviersport.de/345987---darm ... endig.html

"bedingungslos": Solch eine Aussage bleibt doch sehr diskussionswürdig. :roll:
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon tomnoah » Mittwoch 1. Februar 2017, 11:45

Spreepirat hat geschrieben:Erst komplett OffTopic und im Nachgang geschmacklos ...


Sei nicht so streng. Das war schwarzer Humor und trifft keinen Falschen. Wie nah die Politik an unserer liebsten Freizeitbeschäftigung dran ist, zeigt nicht nur ÄBH`s wiederholte Positionierung in Sachen Islam, die insbesondere für einen Profifußballer weit über die legitime individuelle Religionsfreiheit hinausgegangen ist, sondern auch das Statement des Präsidenten seines neuen Vereins. Die Forderung Muslime in der westlichen Welt bedingslos aufzunehmen, ist in für unser Land vor dem Hintergrund des kürzlichen Terroranschlages in der deutschen Hauptstadt ein Schlag ins Gesicht. Man sollte dem guten Mann mal `nen Atlas schenken damit er sieht, wie weit Deutschland von Amerika entfernt ist, nicht nur in Kilometern....
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon arno85 » Mittwoch 1. Februar 2017, 18:40

Trotzdem kann ÄBH nicht mal ausgewiesen werden, selbst wenn das diskutiert würde - wohin auch? Er ist in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger.

Die Aussage der Türken überrascht mich ansonsten auch ein wenig, denn praktisch gehört der Kollege Ben-Hatira einer anderen sunnitischen Strömung an, als die Türken. Ich gehe davon aus, dass Ben-Hatira Malikit ist, während in der Türkei die Hanafiten dominieren.
Nicht, dass ich mich da weiter auskennen würde, aber ich gehe davon aus das ist das selbe, als würde ein östlich-orthodoxer Christ bedingungslose Unterstützung für die Katholische Kirche fordern würde, oder analog ein evangelischer Christ für eine evangelikale Freikirche.
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon tomnoah » Donnerstag 2. Februar 2017, 04:20

arno85 hat geschrieben:Trotzdem kann ÄBH nicht mal ausgewiesen werden, selbst wenn das diskutiert würde - wohin auch? Er ist in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger.

Die Aussage der Türken überrascht mich ansonsten auch ein wenig, denn praktisch gehört der Kollege Ben-Hatira einer anderen sunnitischen Strömung an, als die Türken. Ich gehe davon aus, dass Ben-Hatira Malikit ist, während in der Türkei die Hanafiten dominieren.
Nicht, dass ich mich da weiter auskennen würde, aber ich gehe davon aus das ist das selbe, als würde ein östlich-orthodoxer Christ bedingungslose Unterstützung für die Katholische Kirche fordern würde, oder analog ein evangelischer Christ für eine evangelikale Freikirche.


....und das Originelle an den ganzen Konflikten der verschiedenen Glaubensrichtungen ist, dass alle Monotheisten sind, also alle glauben, es gibt nur einen Gott. Wenn das stimmt, dann haben alle Denselben und der wird wohl wenig begeistert sein wie mit ihm umgegangen wird...
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon arno85 » Donnerstag 2. Februar 2017, 18:34

Das siehst nicht nur du so, es ist theologisch unzweifelhaft, dass der Gott im Christen- und Judentum, sowie der Moslems ein und der selbe ist. Das alte Testament ist weiterhin Teil des Katechismus in allen drei Religionen und damit gleichlautend Teil der jeweiligen heiligen Schriften.
Es wird sogar noch lustiger, auch die Existenz Jesu' ist in allein drei Religionen unzweifelhaft, er nimmt nur jeweils andere Rollen ein, bei den Moslems z.B. ist er Prophet, aber eben nicht der wichtigste, im Judentum ist er ein Rabbiner.

Wieder gefährliches Halbwissen, aber soweit ich weiß, ist ein Christ für einen Moslem eben theologisch aus dem selben Grund eben kein "Ungläubiger", sondern halt einfach nicht voll erleuchtet.
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Re: Änis Ben-Hatira

Beitragvon Franki IV » Freitag 3. Februar 2017, 08:58

Aus meiner Sicht wird es jetzt ein wenig zu politisch und religiös.

Natürlich versehe ich Spieler wie Änis und Dejagah, die sich den Vorgaben ihres Landes nicht entziehen wollen/können. Aber dann sollte es eine breite Öffentlichkeit geben, welche die politischen Amtsträger in die Spur schicken, Staatsbesuche dafür zu nutzen, solche Dinge zu ändern oder zumindest anzusprechen.

Ich hoffe mal, dass Änis ein guter Mensch ist und eben nur eine evtl. falsche Gruppe unterstützt hat. Als Spieler habe ich ihn bei uns gemocht.
Möge die Macht mit uns sein.
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