8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon Pat35 » Montag 16. Oktober 2017, 20:37

Also, ich finde schon, dass man von einem Team was den Anspruch hat zumindest im Mittelfeld der Liga zu stehen, mehr erwarten darf.
Andere Tema schießen doch mindestens 10 mal in 90 Minuten auf das andere Tor. Wir schaffen es nicht einmal 3-4 Mal pro Spiel. Mit Lazaro, Leckie, Esswein und Genki haben wir schnelle Spieler für die Flügel geholt, hinzukommt Platte. Mit diesen Spielern wollte man gerade über die Außen kommen und Stürmer wie Ibisevic, Kalou oder Selke mit Flanken zu füttern. Das passiert aber so gut wie kaum. Torchancen aus dem Spiel sind bei uns meist ein Zufallsprodukt mehr nicht und ich denke die Jungs können es wesentlich besser. Wenn nicht haben wir ein Problem und uns wird keine sehr Gute Hinrunde in der Rückrunde den Arsch vor dem Abstieg retten.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon shin6 » Montag 16. Oktober 2017, 20:47

Pat35 hat geschrieben:Also, ich finde schon, dass man von einem Team was den Anspruch hat zumindest im Mittelfeld der Liga zu stehen, mehr erwarten darf.
Andere Tema schießen doch mindestens 10 mal in 90 Minuten auf das andere Tor. Wir schaffen es nicht einmal 3-4 Mal pro Spiel. Mit Lazaro, Leckie, Esswein und Genki haben wir schnelle Spieler für die Flügel geholt, hinzukommt Platte. Mit diesen Spielern wollte man gerade über die Außen kommen und Stürmer wie Ibisevic, Kalou oder Selke mit Flanken zu füttern. Das passiert aber so gut wie kaum. Torchancen aus dem Spiel sind bei uns meist ein Zufallsprodukt mehr nicht und ich denke die Jungs können es wesentlich besser. Wenn nicht haben wir ein Problem und uns wird keine sehr Gute Hinrunde in der Rückrunde den Arsch vor dem Abstieg retten.


Das liegt meiner Meinung nach daran, dass wir kein ZOM haben. Duda hat ganz gute Ansätze gezeigt, mehr aber auch nicht. Vielleicht kann man da auch noch nicht mehr erwarten. Hier wurde für mich bei der Transferpolitik schlichtweg versagt, da die zentrale Baustelle im Team nicht erkannt wurde und die haben wir nicht erst seit dem Sommer.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon Pat35 » Montag 16. Oktober 2017, 20:51

Es gibt aber auch kaum Entlastung. Die Bälle werden oftmals leichtfertig im Zentrum hergegeben. Schnelle Spielzüge mit gerade den schnellen Außen finden einfach viel zu selten Statt. Damit kann man Lücken reißen, weil der Gegner sich verschieben muss. Dadurch schafft man auch Räume für Duda. Statt dessen geht alles viel zu oft ohne Ideen durch die Mitte.

Wir sind doch viel zu leicht auszurechnen. Die Liga weiß seit drei Jahren wie wir spielen und das ist Defensiv und hoffen mit wenig Torchancen erfolgreich zu sein. Wenn wir das Spiel machen müssen, weiß doch jeder, dass wir das nicht können und so stellt man sich auf uns ein. Dadurch ist es auch einfach einen Duda aus dem Spiel zu nehmen. Es fehlt an Alternativen über die Außen, Abwechslung.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon herthamichi » Dienstag 17. Oktober 2017, 02:09

Arapahoe hat geschrieben:
tomnoah hat geschrieben:Wir reden und ärgern uns über die Niederlage bzw. über Herthas Katastrophenfußball. Und das wahrhaftig zu recht. In den Medien ist das längst Schnee von gestern. Da dominiert unser Kniefall vor dem Spiel. Und Hinz und Kunz sind begeistert wie toll es ist, dass wir jetzt nicht mehr Fußball spielen, sondern Politik machen. Originellerweise nicht in Deutschland, sondern in den USA. Unsere Verantwortlichen reden nicht über Trump und auch nicht über die Wurzeln dieser Demo. Auch die hiesigen Medien scheinen gar nicht zu wissen was da in Amerika abgegangen ist. Dort basierte der Kniefall auf einem christlichen Bekenntnis, dem biblischen Motto "man muss Gott mehr gehorchen als dem Menschen". Damit wurde in der NFL als christliches Symbol knieend für Nächstenliebe und damit gegen die Ausländerfeindlichkeit des amerikanischen Präsidenten demonstriert. Daraus in der deutschen Hauptstadt mit Ihrer Historie der deutsch amerikanischen Freundschaft einen Multikulti-Apell zu machen ist mehr als zu kurz gesprungen. Das mag oberflächlich betrachtet eine nett gemeinte Geste gewesen sein. Von Geschichtsverständnis zeugt sie genauso wenig wie von politischer Sensibilität. Ich bin wahrhaftig kein Freund von Herrn Trump, aber über sein Schicksal sollten die Amerikaner entscheiden. Und die brauchen sicherlich keine Unterstützung von Hertha BSC. Ich erinnere mich nicht, jemals in meinem Leben die Meinung der Bild Zeitung vertreten zu haben. Diesmal tue ich es. Da steht:

Fußballvereine sind Fußballvereine und keine Parteien oder politische Organisationen, weil sie Fußball besser können als Politik. Hertha BSC hat das am Samstag wieder mal eindrucksvoll bewiesen. Vor dem Anstoß gegen Schalke 04 knieten die Spieler auf dem Rasen des Olympiastadions nieder. Gemeint war das als Solidaritätsaktion mit Footballspielern in den USA, die derzeit dasselbe tun, statt bei der Nationalhymne die Hand aufs Herz zu legen und den Blick Richtung US-Fahne zu richten. Die US-Sportler wollen damit Protest gegen Rassismus ausdrücken – und gegen US-Präsident Trump. Ich finde dieses Symbol schon in den USA völlig falsch, weil unter der US-Flagge unzählige Männer und Frauen für Gleichheit und Freiheit aller Menschen gekämpft haben. Hunderttausende von ihnen sind in einem Sarg heim gekehrt, eingehüllt in eben jene Fahne. Die „Washington Post“ und die „New York Times“ berichten jetzt über Hertha BSC. Aber nicht über die sportlichen Leistungen. In Berlin ist diese Form des Protests nicht nur unangebracht, sondern dumm und geschichtsvergessen. Der Star Spangled Banner wehte über vier Jahrzehnte über dem freien Teil Berlins. Mit der US-Fahne auf ihren Maschinen flogen mutige Piloten während der Luftbrücke, um das eingeschlossene Berlin am Leben zu halten. Panzer mit aufgezogener US-Flagge am Checkpoint Charlie sendeten das Signal nach Moskau, dass die USA die Freiheit Berlins unter allen Umständen verteidigen würden – mit dem Leben ihrer jungen Männer. All dies wissen die Hertha-Millionäre, die nie in ihrem Leben wirklich für etwas kämpfen mussten, vermutlich nicht. Eitel und selbstgerecht freuen sie sich über ein bisschen billigen Applaus. Die freie, vereinte Stadt, in der sie ihrem traumhaften Beruf nachgehen dürfen gäbe es nicht ohne die Fahne, die sie mit ihrem lächerlichen Kniefall verhöhnen.


Ganz egal wie bescheuert der amerikanische Präsident zu sein scheint, er ist demokratisch gewählt. Wenn wir ihm keinen Respekt zollen wollen, dann ist das vielleicht noch vertretbar, eine Einmischung in seinen Konflikt mit der NFL rechtfertigt es keineswegs. Unsere Verantwortlichen sollten sich lieber darum kümmern, dass wir guten Fussball spielen anstatt sich auf das dünne Eis politischer Konflikte in anderen Staaten zu begeben. Da gehören wir schlichtweg nicht hin. Und wenn Herr Trump allen Unkenrufen zum Trotz in 5 Jahren immer noch Präsident ist und dann sagt, die Nato und Berlin solle sich mal mit einer Verzehnfachung ihrer Rüstungsausgaben selber gegen die Aufrüstung in Russland und China verteidigen, dann werden unsere kniefallenden MultiKultiKids beglückt auf ihr Bankkonto gucken und weder wissen vor wem sie gekniet haben, noch was sie getan haben. Lieber Micha und werter Herr Gegenbauer, das war kein gelungener PR-Gag sondern ein kräftiger Fettnapf.


Ich stimme Dir insofern zu, als daß die Amerikaner sich einen Präsidenten gewählt haben ... und uns das bestenfalls indirekt etwas anzugehen hat. (Zudem: Immerhin waren die Rüstungausgaben der USA auch schon 2016 - also unter Obama - mehr als doppelt so hoch, wie die Chinas und Russlands zusammen. Die Antwort auf die Frage, vor wem man sich mehr fürchten muss, hat sich also nicht geändert.)
Auch wenn ich jede aufgesetzte MultiKulti-Symbolik für - sorry - Blödsinn halte: Daß man als Verein ein Zeichen gegen Rassismus setzt, ist völlig in Ordnung. Über die Form kann man vielleicht streiten, zumal ich bei uns eigentlich keine rassistischen Tendenzen sehe. Aber nun hat man sich für das "große Besteck" entschieden und da wird die Welt auch nicht untergehen.


@tomnoah: Ich finde das gar nicht so gut, dass Du ausgerechnet Julian Reichelt von der Bild aus der Vielzahl von weltweiten Pressestimmen zitierst. Bei der Luftbrücke war ich noch nicht geboren, beim Checkpoint Charlie schon. Das ist doch nach über einem halben Jahrhundert genau jener Schreibstil, der schon damals die APO und später RAF entstehen ließ und für
brennende Springer - Autos sorgte.

Über die Jahrzehnte hinweg gab es beim Springer - Konzern verschiedene Entwicklungen. Ich habe vor ca. 30 Jahren
mal auf dem Dachboden eines Freundes eine B.Z. - Ausgabe aus dem Jahr 1958 gefunden. Unglaublich was da in Zeiten des Kalten Krieges in Richtung Chruschtschow drin stand. Was Reichelt bedauerlicherweise auch noch heute schreibt, folgt
einem alten Muster, nämlich dem, die Welt so wie sie ist, nicht zu hinterfragen.

Die Rassismus - Probleme in den USA gibt es seit Jahrzehnten und Jahrhunderten. Mit Obama sollte da eigentlich
eine Wende eintreten, die wegen diverser weißer Polizei - Übergriffe auf schwarze Mitbürger nicht gelang. Doch
nun kommt ein Herr Trump, der nach der Gewalt und den Toten in Charlottesville, Nazis als feine Bürger bezeichnet.

Hertha BSC hat klar beschrieben, was es mit der Aktion erreichen wollte und wofür es steht. Damit wird mein lieber
Herr Reichelt keine US - Flagge oder Hymne besudelt. Die NFL - Sportler haben ihre Aktionen nicht gegen ,
sondern während der Zeremonien durchgezogen.

Doch dann kommt ein Herr Trump natürlich wieder selbst ins Spiel: " Diese Hurensöhne, schmeißt sie alle raus".
Anschließend fordert er zum Boykott bestimmter NFL - Spiele auf, bei denen solche Proteste passieren könnten.
Kein anderer Mensch auf diesem Planeten stellt einen Zusammenhang zwischen dem Knie - Protest und der
Loyalität zur USA her. Das verbreiten nur Trump und seine Schergen und nun auch Herr Reichelt von der Bild.

Und mal ehrlich gesagt, dieser Schreiberling ist weitaus jünger als ich und verbreitet da was, was man ihm
offenbar in die Springer - Grundschule gelegt haben muß. Er unterstellt den Spielern, sie wüßten über die Geschichte
nicht Bescheid und ich unterstelle ihm, dass er über die Geschichte seines Arbeitgebers nicht Bescheid weiß.

Wo soll dann das alles noch hin führen, wenn man so anfängt?. Die jungen Menschen leben heutzutage
in ihrer eigenen Zeit und wie genau sie es mit Geschichte nehmen, bleibt jedem selbst überlassen. Aber
sie nehmen zumindest alle rassistischen Probleme wahr, die heutzutage auf dem Globus und auch in
Deutschland existieren. Von daher wirkt eine Aktion, die im Vorfeld die Spieler befragt, glaubhaft und nicht
erzwungen.

Christopf Metzelder hat auf Sky Hertha gelobt, weil es bisher der einzige europäische Verein sei, der auf
diese Kampagne einsteige. Auch DFB und DFL loben Hertha. Natürlich müßen dann auch die Stimmen her,
die darauf hinweisen, dass Metzelder`s Agentur mit Hertha verbandelt ist. Ich habe gelesen, dass Paul
Keuter´s Ehefrau US - Amerikanerin ist. Aber da halte ich es mal ausnahmsweise mit U. Bremer:
Es ist vollkommen wurscht, wo genau bei Hertha`s Verantwortlichen der Gedanke entstanden ist,
die weltweite Bekanntheitsgrad - Steigerung ist ein Erfolg.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon tomnoah » Dienstag 17. Oktober 2017, 04:42

@Herthamichi: Das gefällt mir sehr was Du schreibst. Mir ging` es ja auch - wie Du nachlesen kannst - nicht darum, Herrn Trump oder rechtspopulistische Ansichten zu loben. Mir ging`s um zwei ganz andere Dinge.

Erstens um den Ursprung und die Bedeutung der Geste. Beides ist hier in Deutschland völlig untergegangen. Warum und vor wem haben die Spieler der NFL gekniet ? Hat das hier eine Zeitung geschrieben ? Ich wüsste nicht. Und hat Hertha das kommuniziert oder verstanden ? Wohl auch eher nicht. Diese Geste ist eine im Christentum etablierte Demutsgebärde gegenüber Gott, die gläubige Christen bis heute beim Beten einnehmen. Der Kniefall hat ja erstmal überhaupt nichts mit Ausländerfeindlichkeit oder Rassismus zu tun. Er wird doch erst durch die christliche Sinngebung zu einem verständlichen Protest. Die Spieler der NFL haben damit zum Ausdruck gebracht, dass sie den christlichen Werten "vor Gott sind alle Menschen gleich" und "liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" mehr gehorchen wollen als den rechtspopulistischen Parolen von Herrn Trump. Und damit haben sie eben nicht nur gegen Rassismus demonstriert, sondern auch ihren Glauben bekannt. Deshalb habe ich gesagt, es ist zu kurz gesprungen, diese Geste mal soeben zu übernehmen und auf "against racism" zu reduzieren. Das ist eine wichtige und schöne Botschaft aber eben nur die "zweite Halbzeit" der Geschichte. Und so bleibt die Frage im Raum stehen, ob unser Team sich dessen bewusst war, dass sie nicht nur gegen Rassismus protestiert haben, und warum und vor wem sie gekniet haben.

Zum Zweiten ging`s mir darum, dass ich die Argumentation in der Blöd richtig fand, dass gerade wir Deutschen und insbesondere wir Berliner aufgrund unserer Geschichte alles andere als prädestiniert dafür sind, uns in einen politischen Konflikt zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dortigen Sportlern einzumischen. Wir sind den Amis wahrhaftig zu Dank verpflichtet und sie haben Trump demokratisch gewählt. Wir Berliner sollten uns meiner Meinung nach grundsätzlich nicht eigeninitiativ gegen das Staatsoberhaupt der USA stellen. Ich empfinde das als geschichtsvergessen, undankbar und auch etwas anmaßend.

Aber übrig bleiben wird von der Aktion etwas ganz anderes. Und so muss man es wohl auch abschließend bewerten. Die meisten Stimmen dazu sind positiv und der Aufmerksamkeitsgrad der Aktion war erstaunlich hoch und hat auch international Reaktionen ausgelöst. So weit ich weiß auch nur Positive. Auch wenn mir die Aktion persönlich aus den beiden genannten Gründen nicht gefallen hat, muss man deshalb sagen es war oberflächlich betrachtet eine gelungene PR.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon herthamichi » Dienstag 17. Oktober 2017, 06:58

tomnoah hat geschrieben:@Herthamichi: Das gefällt mir sehr was Du schreibst. Mir ging` es ja auch - wie Du nachlesen kannst - nicht darum, Herrn Trump oder rechtspopulistische Ansichten zu loben. Mir ging`s um zwei ganz andere Dinge.

Erstens um den Ursprung und die Bedeutung der Geste. Beides ist hier in Deutschland völlig untergegangen. Warum und vor wem haben die Spieler der NFL gekniet ? Hat das hier eine Zeitung geschrieben ? Ich wüsste nicht. Und hat Hertha das kommuniziert oder verstanden ? Wohl auch eher nicht. Diese Geste ist eine im Christentum etablierte Demutsgebärde gegenüber Gott, die gläubige Christen bis heute beim Beten einnehmen. Der Kniefall hat ja erstmal überhaupt nichts mit Ausländerfeindlichkeit oder Rassismus zu tun. Er wird doch erst durch die christliche Sinngebung zu einem verständlichen Protest. Die Spieler der NFL haben damit zum Ausdruck gebracht, dass sie den christlichen Werten "vor Gott sind alle Menschen gleich" und "liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" mehr gehorchen wollen als den rechtspopulistischen Parolen von Herrn Trump. Und damit haben sie eben nicht nur gegen Rassismus demonstriert, sondern auch ihren Glauben bekannt. Deshalb habe ich gesagt, es ist zu kurz gesprungen, diese Geste mal soeben zu übernehmen und auf "against racism" zu reduzieren. Das ist eine wichtige und schöne Botschaft aber eben nur die "zweite Halbzeit" der Geschichte. Und so bleibt die Frage im Raum stehen, ob unser Team sich dessen bewusst war, dass sie nicht nur gegen Rassismus protestiert haben, und warum und vor wem sie gekniet haben.

Zum Zweiten ging`s mir darum, dass ich die Argumentation in der Blöd richtig fand, dass gerade wir Deutschen und insbesondere wir Berliner aufgrund unserer Geschichte alles andere als prädestiniert dafür sind, uns in einen politischen Konflikt zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dortigen Sportlern einzumischen. Wir sind den Amis wahrhaftig zu Dank verpflichtet und sie haben Trump demokratisch gewählt. Wir Berliner sollten uns meiner Meinung nach grundsätzlich nicht eigeninitiativ gegen das Staatsoberhaupt der USA stellen. Ich empfinde das als geschichtsvergessen, undankbar und auch etwas anmaßend.

Aber übrig bleiben wird von der Aktion etwas ganz anderes. Und so muss man es wohl auch abschließend bewerten. Die meisten Stimmen dazu sind positiv und der Aufmerksamkeitsgrad der Aktion war erstaunlich hoch und hat auch international Reaktionen ausgelöst. So weit ich weiß auch nur Positive. Auch wenn mir die Aktion persönlich aus den beiden genannten Gründen nicht gefallen hat, muss man deshalb sagen es war oberflächlich betrachtet eine gelungene PR.


1:Absatz: Die religiösen Aspekte an der Angelegenheit kann ich in der Tat nicht richtig einschätzen und beurteilen.

2. Absatz: @tomnoah: Wir leben nicht mehr in einer Inselstadt Westberlin, die vor dem Warschauer Pakt geschützt werden
müßte. Wir leben in einem Gesamt - Deutschland, welches ein Teil von Europa ist und ich kann mir kaum vorstellen,
dass sich nun ein Herr Trump spezielle auf Berlin abgestimmte Maßnahmen überlegt, denn an einer deutschen
Bundesregierung - wie immer sie auch aussieht - käme er da nicht vorbei - und an Europa ohnehin nicht.

"geschichtsvergessen",, nein tomnoah, das sind wir eben nicht. Wir leben nur eben schon lange in einer anderen
Zeit oder könntest Du Dir vorstellen, dass ein Barak Obama gesagt hätte,man solle Hurensöhne rausschmeißen und die
Nazis seien feine Leute.

Gerade die Westberliner waren es in Europa , die gegen den Vietnam - Krieg der USA aufstanden und sie mußten
einige Zeit später diesen Krieg auch beenden. Die Ostberliner hatten einen gewaltigen Anteil am Fall der Mauer.

Gegen Trump wird es irgendwann für Deutschland heißen, klare Kante zu zeigen und dann wird eine Erinnerung
an Sentimalitäten aus einer Vergangenheit nicht mehr helfen.

3. Absatz: Ja, das war eine gelungene PR - Aktion. Da bliebe dann nur noch die diskutierte Frage, war es offen
und ehrlich gemeint von wem eigentlich?. Soweit ich es gelesen habe, ist die Idee tatsächlich in den Köpfen der
Hertha - Verantwortlichen entstanden, die Agentur wurde nur noch kurz zur Meinunggsabsegnung befragt.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon zwölftermann » Dienstag 17. Oktober 2017, 12:35

Zumindest hat die Aktion für Furore gesorgt.
Ich bin sehr gespannt, ob es sich schon im nächsten Heimspiel auf die Zuschauerzahlen auswirkt. Ein Zeichen für Toleranz zu setzen ist ja immer eine gute Sache, aber dann hätte man einen doppelt positiven Effekt erzielt, wenn es sich noch positiv auf die Zuschauerzahlen auswirkt.
Aber man ließt ja auch, dass einige von zuviel Politik im Fußball abgeschreckt werden, daher wird die Zuschauerzahl gegen den HSV ein guter Indikator dafür sein, wie solche Aktionen bei den Berliner Fußballfans ankommen. Hoffentlich wird es voll. ;)
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon tomnoah » Dienstag 17. Oktober 2017, 12:37

1.) Ich hatte das mit der christlichen irgendwo Motivation irgendwo gelesen und wollte es jetzt nochmal checken. Dabei bin ich auf eine ganz andere Erklärung für den Kniefall des mittlerweile arbeitslosen Quaterbacks Kaepernick gestoßen. Beim Abspielen der Hymne hat er sich geweigert aufzustehen. Er ist sitzen geblieben, aus Protest. Das ist in Amerika ein Unding. Und daraus wurde dann später wohl von anderen Spielern der Kniefall. Wie auch immer...

2.) Du trägst Eulen nach Athen. Und hast recht, wir leben in einer anderen Zeit. Nicht nur hier sondern auch in den USA. Da ist nämlich nicht mehr Obama Präsident, sondern Trump. Leider !

3.) Da sind wir fast einig. Erfolgreiche PR. Ob es ehrlich gemeint war ist dabei wurscht. Das wird auch bei den Teilnehmern unterschiedlich gewesen sein. Der gebürtige Berliner NFL-Profi Werner sagt zu der Aktion: "Ich habe das gestern gesehen und mich gefragt: 'Warum knien die denn jetzt?' Cool, wenn es der richtige Support ist. Aber ich bin der Meinung, das hat etwas mit der NFL zu tun und da sollte man sich raushalten. Du kennst die ganzen Gründe nicht. Es ist schwierig, wenn du in einem anderen Land lebst."
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon arno85 » Dienstag 17. Oktober 2017, 14:50

Um die Diskussion abzuschließen, der Spiegel hat das Thema treffend in einem Titel zusammengefasst: Nicht schlimm, aber belanglos.

Über die Motive brauchen wir nicht zu reden. Selbstverständlich ging es nicht um ein Zeichen für Toleranz und gegen Polizeigewalt in Amerika, sondern um Effekthascherei. Denn anders, als die amerkanischen Kollegen im Football riskieren die Spieler in Berlin gar nichts, diese Geste zu zeigen und anders als in Amerika wird noch nicht einmal der Versuch unternommen, dies als spieler-initiierte Geste zu verkaufen, sondern eindeutig gesagt, dass die Idee hier vom Verein kam (bestimmt von unserem Twitter-Hipster).

Eben nicht schlimm, aber belanglos. Ich persönlich kann mit diesem dummen amerkanischen Patriotismus und "Ehre fürs Miltär" eh nichts anfangen. Also soll von mir aus jeder bei der Hymne knien, die Nase pobeln oder von mir aus tun was er will. Eine Schande ist das nicht, nicht füs Land, nicht für den Spieler und auch keine Geringschätzung für die Truppen.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon tomnoah » Dienstag 17. Oktober 2017, 15:20

arno85 hat geschrieben:Um die Diskussion abzuschließen, der Spiegel hat das Thema treffend in einem Titel zusammengefasst: Nicht schlimm, aber belanglos.

Über die Motive brauchen wir nicht zu reden. Selbstverständlich ging es nicht um ein Zeichen für Toleranz und gegen Polizeigewalt in Amerika, sondern um Effekthascherei. Denn anders, als die amerkanischen Kollegen im Football riskieren die Spieler in Berlin gar nichts, diese Geste zu zeigen und anders als in Amerika wird noch nicht einmal der Versuch unternommen, dies als spieler-initiierte Geste zu verkaufen, sondern eindeutig gesagt, dass die Idee hier vom Verein kam (bestimmt von unserem Twitter-Hipster).

Eben nicht schlimm, aber belanglos. Ich persönlich kann mit diesem dummen amerkanischen Patriotismus und "Ehre fürs Miltär" eh nichts anfangen. Also soll von mir aus jeder bei der Hymne knien, die Nase pobeln oder von mir aus tun was er will. Eine Schande ist das nicht, nicht füs Land, nicht für den Spieler und auch keine Geringschätzung für die Truppen.


:lol: Bingo ! Allerdings würde es wohl von den Medien nicht als belanglos betitelt werden wenn 10 deutsche Nati-Spieler lautlos "...für das deutsche Vahaterland" murmeln während sich Toni Kroos genüsslich in der Nase popelt....
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon arno85 » Dienstag 17. Oktober 2017, 16:20

Die selben Typen, die sich hierüber in Amerika aufregen, ist halt die selbe Klientel die in Deutschland Boateng nicht als Nachbar haben wollen, oder wenn Özil nicht mitsingen will.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon tomnoah » Dienstag 17. Oktober 2017, 16:31

arno85 hat geschrieben:Die selben Typen, die sich hierüber in Amerika aufregen, ist halt die selbe Klientel die in Deutschland Boateng nicht als Nachbar haben wollen, oder wenn Özil nicht mitsingen will.


Veto, in den USA, die Hymne zu singen, ist mehr als verbreitet. Das passiert da bei jedem Grillfest. Bei uns ist es eher verpönt. Zum Glück, ich kann nicht singen. ;)
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon arno85 » Dienstag 17. Oktober 2017, 20:06

Sag ich doch? Ist aber auch egal. Im Grunde ist mir die Diskussion zu albern, dieses Zeichen des Protests zu dem zu stilisieren, was von irgendwelchen ultrakonservativen Nationalisten inklusive des Präsidenten daraus gemacht wird.
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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon Zauberdrachin » Mittwoch 18. Oktober 2017, 04:36

Werde auch mal wieder was schreiben ...

Schade, dass sehr viele das Spiel an sich nicht separat betrachten können, sondern generell Schubladen mitnehmen, die sie bereits seit zwei Jahren äußern und nur schauen was da rein passt.

Habe mich vor dem Spiel schon gewundert, dass so viele ein 2 oder 3:0 erwartet (!) haben, nicht erhofft, nein, erwartet. :roll:
Die erste Halbzeit gegen einen an dem Tag sehr spielstarken Gegner nach einer Länderspielpause, wo wir bisher stets eine Halbzeit Probleme haben, ins Spiel reinzufinden, konnte nicht allzu sehr verwundern, bedenkt man noch andere Aspekte die außer Acht gelassen werden.

Selbstredend war das offensiv null in der ersten Halbzeit, doch der Gegner hatte wie viele Torchancen? Auch null! Zwei Dinger wurden bei denen als Torschüsse gezählt, wo der eine Ball dermaßen hoch auch noch neben dem Tor über die Torauslinie segelte.
Weswegen man definitiv auf die zweite Halbzeit hoffen konnte, da nach Pausenansprache und im eigenen Stadion auch zurecht eine Erwartung auf eine gute zweite Halbzeit bestand. Da machte leider Haraguchi einen Strich durch die Rechnung,

Die zweite Halbzeit war auch besser, nur mit einem Spieler weniger war gegen diese Schalker nur noch wenig zu machen. Die spielten konzentriert, ohne groß offensiver zu werden, weiter und warteten auf Fehler, die wir leider genau zweimal zu extrem machten. Denn viele Chancen hatte der Gegner auch zweite Halbzeit nicht.

In diesem Spiel war die rote Karte der Knackpunkt. Mit 11v11 hätte mindestens Remis, eher Sieg ... doch konjunktiv interessiert nicht.
Das rein zu dem Spiel ... anderes gehört in andere Threads thematisch ... und somit wird es hier auch nicht zu lang. ;)

Eines noch nachgetragen:
Der Schiri spielte für mich direkt in den ersten Minuten auch eine unangenehme Rolle für uns. Der Gegner foulte uns bei jeder möglichen Umschaltaktion bereits im Ansatz und selbst bei klarem taktischen Foul gab es keine gelbe Karte. Solche Spielweise, auch so permanent einfach frech zu foulen beherrschen wir nicht, zumal es bei uns schneller gelb gibt wie wir alle wissen.
Die 25 des Gegners hatte zu lange einen Freibrief.
Nicht einzig spielentscheidend, jedoch beeinflusste es das Spiel ziemlich.
Wir sind viele!
Wir vergeben nicht!
Wir vergessen nicht!
Erwartet uns!


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Re: 8. Spieltag: Hertha BSC - FC Schalke 04

Beitragvon Joel » Mittwoch 18. Oktober 2017, 06:09

Zauberdrachin hat geschrieben:Werde auch mal wieder was schreiben ...

Schade, dass sehr viele das Spiel an sich nicht separat betrachten können, sondern generell Schubladen mitnehmen, die sie bereits seit zwei Jahren äußern und nur schauen was da rein passt.

Habe mich vor dem Spiel schon gewundert, dass so viele ein 2 oder 3:0 erwartet (!) haben, nicht erhofft, nein, erwartet. :roll:
Die erste Halbzeit gegen einen an dem Tag sehr spielstarken Gegner nach einer Länderspielpause, wo wir bisher stets eine Halbzeit Probleme haben, ins Spiel reinzufinden, konnte nicht allzu sehr verwundern, bedenkt man noch andere Aspekte die außer Acht gelassen werden.

Selbstredend war das offensiv null in der ersten Halbzeit, doch der Gegner hatte wie viele Torchancen? Auch null! Zwei Dinger wurden bei denen als Torschüsse gezählt, wo der eine Ball dermaßen hoch auch noch neben dem Tor über die Torauslinie segelte.
Weswegen man definitiv auf die zweite Halbzeit hoffen konnte, da nach Pausenansprache und im eigenen Stadion auch zurecht eine Erwartung auf eine gute zweite Halbzeit bestand. Da machte leider Haraguchi einen Strich durch die Rechnung,

Die zweite Halbzeit war auch besser, nur mit einem Spieler weniger war gegen diese Schalker nur noch wenig zu machen. Die spielten konzentriert, ohne groß offensiver zu werden, weiter und warteten auf Fehler, die wir leider genau zweimal zu extrem machten. Denn viele Chancen hatte der Gegner auch zweite Halbzeit nicht.

In diesem Spiel war die rote Karte der Knackpunkt. Mit 11v11 hätte mindestens Remis, eher Sieg ... doch konjunktiv interessiert nicht.
Das rein zu dem Spiel ... anderes gehört in andere Threads thematisch ... und somit wird es hier auch nicht zu lang. ;)

Eines noch nachgetragen:
Der Schiri spielte für mich direkt in den ersten Minuten auch eine unangenehme Rolle für uns. Der Gegner foulte uns bei jeder möglichen Umschaltaktion bereits im Ansatz und selbst bei klarem taktischen Foul gab es keine gelbe Karte. Solche Spielweise, auch so permanent einfach frech zu foulen beherrschen wir nicht, zumal es bei uns schneller gelb gibt wie wir alle wissen.
Die 25 des Gegners hatte zu lange einen Freibrief.
Nicht einzig spielentscheidend, jedoch beeinflusste es das Spiel ziemlich.


Ist deine Erwartungshaltung da differenzierter?
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