10. Spieltag: Hertha BSC - Hamburger SV

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Re: 10. Spieltag: Hertha BSC - Hamburger SV

Beitragvon tomnoah » Montag 30. Oktober 2017, 05:22

tomnoah hat geschrieben:
Xavderion hat geschrieben:Vielleicht ist Pal angepisst weil es bei uns nicht wie in Köln ist, wo trotz mickriger zwei Punkte aus zehn Spielen sowohl Trainer als auch Spieler weitgehend Rückhalt von den Fans genießen, während es bei uns so klingt als wären wir schon sicher abgestiegen.


Das ist ein aus meiner Sicht hier im Forum unterschätztes Problem. Nicht nur für Pal, sondern insbesondere auch für die Spieler. Es ist leistungshemmend und fördert die Söldnermentalität weil es der Identifikation mit dem Verein schadet. Ursächlich ist wahrhaftig nicht nur Pal mit seiner Defensivtaktik und auch nicht der "Homo Berlinicus", weil es den als genetisch bedingt vereinsuntreuen Egomanen schlichtweg nicht gibt, sondern unsere Vita, also die Altlasten der Marke Hertha BSC. Aber auch leider unser Management der letzten Jahre. Sehen wir`s positiv, auch wenn attraktiver Offensivfußball letztmalig so ungefähr im Baujahr unserer vom Verfall bedrohten Fußball-Heimat gespielt wurde und geben Micha die Zeit des chinesischen Mauerbaus, um eine guten Kader zusammen zu stellen und Hertha in irgendeinem vollen Stadion spielen zu lassen. Denn das sind nun mal unsere Ziele als der deutsche Hauptstadtverein. Insofern differiert hier auch das Anspruchsdenken untereinander, wenn unser häufiger Grottenkick im letzten Jahr damit gerechtfertigt wird, dass von Darmstadt bis Bremen oder Freiburg auch nicht besser gespielt wird. Wenn es hinsichtlich der Zielsetzungen einen Verein für uns gibt, mit dem wir uns vergleichen müssen, dann ist das nicht Schalke, Dortmund, Hamburg oder Köln, sondern nur die Bauern. Nicht in 3 Jahren aber auch nicht in der Bauzeit des BER.
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Re: 10. Spieltag: Hertha BSC - Hamburger SV

Beitragvon Franki IV » Montag 30. Oktober 2017, 08:10

tomnoah hat geschrieben:
Xavderion hat geschrieben:Vielleicht ist Pal angepisst weil es bei uns nicht wie in Köln ist, wo trotz mickriger zwei Punkte aus zehn Spielen sowohl Trainer als auch Spieler weitgehend Rückhalt von den Fans genießen, während es bei uns so klingt als wären wir schon sicher abgestiegen.


Das ist ein aus meiner Sicht hier im Forum unterschätztes Problem. Nicht nur für Pal, sondern insbesondere auch für die Spieler. Es ist leistungshemmend und fördert die Söldnermentalität weil es der Identifikation mit dem Verein schadet. Ursächlich ist wahrhaftig nicht Pal und auch nicht der "Homo Berlinicus", weil es den als genetisch bedingt vereinsuntreuen Egomanen schlichtweg nicht gibt, sondern unsere Vita, also die Altlasten der Marke Hertha BSC. Aber auch leider unser Management der letzten Jahre. Sehen wir`s positiv, auch wenn attraktiver Offensivfußball letztmalig so ungefähr im Baujahr unserer vom Verfall bedrohten Fußball-Heimat gespielt wurde und geben Micha die Zeit des chinesischen Mauerbaus, um eine guten Kader zusammen zu stellen und Hertha in irgendeinem vollen Stadion spielen zu lassen. Denn das sind nun mal unsere Ziele als der deutsche Hauptstadtverein. Insofern differiert hier auch das Anspruchsdenken, wenn unser häufiger Grottenkick im letzten Jahr damit gerechtfertigt wird, dass von Darmstadt bis Bremen oder Freiburg auch nicht besser gespielt wird. Wenn es hinsichtlich der Zielsetzungen einen Verein für uns gibt, mit dem wir uns vergleichen müssen, dann sind das nur die Bauern.




Ääh, weil ich das so oft lese und höre: Ist damit gemeint, dass wir NUR 2x Deutscher Meister geworden sind? 8-)
Möge die Macht mit uns sein.
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Re: 10. Spieltag: Hertha BSC - Hamburger SV

Beitragvon Cancun » Montag 30. Oktober 2017, 11:41

tomnoah hat geschrieben:Tut mir leid, ich finde es zwar aller blau weißen Ehren wert, dass Einige hier "Alles wird gut" sagen, aber ich kann diese Hoffnung aus dem gestrigen Spiel wahrhaftig nicht ableiten und habe das Spiel auch wirklich anders gesehen. Erstmal fand ich den HSV keineswegs schwach, sondern insbesondere im offensiven Zweikampfverhalten und in seiner Dynamik durchaus gut. Man hat gesehen, dass die im Gegensatz zu uns nicht auf dem letzten Loch pfeifen. Aber ich muss eben leider auch sagen, dass ich unser Spiel fast durchgängig nicht gut fand. Um eine diplomatische Formulierung zu wählen. Fakt ist, dass wir erneut keine Chancen erspielt und zwei glückliche Kopfballtore erzielt haben. Ansonsten sind wir zumeist dem Gegner hinterher gerannt. Dominanz oder spielerische Qualität Fehlanzeige.

Sein wir also ehrlich, das war Abstiegskampf. Positiv ist, dass die Mannschaft diesen Abstiegskampf angenommen und gegen eine unübersehbar hoch motivierte Hamburger Mannschaft gewonnen hat. Es stimmt was Pal gesagt hat, die Mannschaft will. Dass sie nicht kann steht auf einem anderen Blatt. Aber das muss man Pal und Witti nun mal bei aller Liebe in die Schuhe schieben. Schließlich sind sie die Trainer und haben in den letzten Jahren viel Spielermaterial bekommen, das sie sich gewünscht haben. Und wenn Pal sich Spieler wie Essie wünscht, dann ist er selber Schuld wenn die Mannschaft hinterher nicht Fußball spielen kann. Pal kann nicht jede Saison aufs Neue Welpenschutz einfordern und wie gestern erzählen, dass er etwas aufbauen will und sich dabei zu starker Kritik ausgesetzt sieht. Er muss nun mal langsam liefern und zeigen, dass er die Mannschaft entwickeln kann. Und das ist momentan eben nicht erkennbar. Gestern auch nicht. Übrig bleibt für mich, dass wir 3 Punkte gegen den möglicherweise drohenden Abstieg gewonnen haben und hoffentlich etwas weniger verunsichert in die nächsten Spiele gehen können weil wir "den Rückspiegel gestern im Auge behalten haben".

Ernstlich problematisch ist für mich die Bestätigung der Leistungsdefizite von Ibi und Kalou, die anscheinend einfach über ihren Zenit hinaus sind. Und vor dem Hintergrund, dass unsere Perspektivspieler naturgemäß noch keine Leistungsträger sein können, wird diese Saison mehr denn je deutlich, dass uns die Leader fehlen, die jede Mannschaft braucht. Duda, Selke und Lazaro müssen ihre Bundesligatauglichkeit als Stammspieler erst noch beweisen. Selke fand ich gestern ganz o.k., aber insbesondere Lazaro hat mir nicht gefallen. Er erinnerte mich fast etwas an Baumjohann, dem seine gute Technik auch nichts genützt hat weil er physisch einfach zu schwach war. Perspektivspieler brauchen nun mal Zeit und nicht alle werden sich durchsetzen. Es wird sich nicht in den nächsten Spielen herausstellen, ob sie uns weiter bringen können sondern erst in den nächsten Jahren. So bleibt auch gestern die Frage offen, wer denn bei uns in dieser Saison Leistungsträger ist. Schelle ? Platte ? Weiser ? Was ich schon vor der Saison gebetsmühlenartig gepredigt habe, bestätigt sich jetzt. Uns fehlt ein ballsicherer Spieler mit Übersicht im Mittelfeld. Arne kann das werden aber kann es natürlich noch nicht sein. Darida ist es auch nicht. Er ist bestenfalls kongenial. Insofern fällt mir als Bastion tatsächlich nur Rune ein. Unter den Feldspielern muss man wirklich suchen wer da in dieser Saison durchgängig ganz gut gespielt hat.

Absolut daneben fand ich gestern zwei andere Dinge. Unser ständiges Lamentieren auf dem Spielfeld ist ein Ausdruck dafür, dass wir unsere Eigenverantwortung nicht richtig interpretieren. Zudem ist es ein Zeichen der Schwäche und Hilflosigkeit. Egal ob man nun gefoult wurde oder nicht, Spieler die Eier haben, bleiben dann nicht sitzen oder stehen und winken dem Schiri theatralisch hinterher wenn das Spiel weiterläuft. Das fällt mir schon seit mehreren Spielen auf. Eine Unsitte, die sich da bei uns etabliert hat. Weiser und auch Selke bedürfen diesbezüglich einer Korrektur. Und dass Pal direkt nach dem Spiel im Interview die Medien und die Fans (!) angreift, weil die in den letzten Wochen ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verliehen haben, geht auch gar nicht.

Da verlieren wir x Spiele in Folge und spielen seit gefühlt einem Jahrhundert Grottenfußball und nun gewinnen wir mit Ach und Krach ein Heimspiel gegen einen Abstiegskandidaten und Pal macht die beleidigte Leberwurst. Nee, wie gesagt, die Stagnation auf diesem fußballerischen Niveau ist einfach zu wenig. Die Kritik an ihm und der Mannschaft in den letzten Wochen war völlig legitim. Bevor ein Trainer sich nach so einer Serie gegen die eignen Fans stellen darf, da muss was anderes passieren als Kritik an ihm und der Mannschaft. Es gibt unübersehbare Hinweise, dass Trainer und Mannschaft nicht in dem Bewusstsein leben, sie müssten den Fans für die Kohle, die sie verdienen, attraktiven und erfolgreichen Fußball bieten, sondern dass unsere Frischlingsmillionäre etwas den Boden unter den Füßen verloren haben und sich einbilden, ganz egal wie sie spielen, sie müssten immer lauthals von einem vollen Olyy unterstützt werden. Zu diesem Problem gehört nicht nur Pals gestrige Fankritik, sondern auch der Habitus von Rekik gegenüber den Zuschauern nach seinem Tor und der Affront von Weiser gegen die Fans in Luhansk. Alles das weist daraufhin, dass dem Team die gebotene Dankbarkeit gegenüber jedem Zuschauer fehlt, der auch nur eine müde Mark dafür bezahlt hat, sich den Fußball anzusehen, den Hertha BSC seinen Fans geboten hat. Schließlich gilt die Reihenfolge, dass der Jubel nach dem Tor kommt und nicht umgekehrt.


Dem ist kaum was hinzuzufügen. Ich sehe das ähnlich außer mit Kalou. Ich finde seine Spielweise hat sich in den Jahren nicht verändert. Zwischen Kreisklasse und Weltklasse ist alles dabei. So ist er halt. Aber er ist mit Weiser so der Einzige, der mal 1 gegen 1 geht. Und Gegenspieler beschäftigt.
Als ich am Samstag bei Sky erst Zecke Neuendorf und dann nach dem Spiel Dardai hörte, war ich schon ganz schön wütend. Jetzt auch noch die Fans und die Jounarlisten für diese Grütze, die gespielt wird, verantwortlich zu machen. Klar kann muss er sich vor die Mannschaft stellen, aber das kann man auch anders machen. z.b. in dem man zugibt, dass man zur Zeit Schwierigkeiten im Spielaufbau hat, dass man die Mehrbelastung aber vielleicht unterschätzt hat. bla,bla,bla
Sich aber nach diesem mehr als glücklichen Sie vor die Kamera zu stellen und zu tönen man habe sich zahlreiche Chancen erspielt grenzt schon an Realitätsverweigerung.
Man kann es mantraartig wiederholen: Das Passspiel ist katastrophal, examplarisch war ein Konter in Überzahl bei dem Skjelbred den Pass so langsam und ungenau spielt, dass Kalou abstoppen muss und danach völlig blöd aussieht, weil er den Ball verdaddelt. Aber Kalou konnte am wenigsten dafür. Auch die Laufleistung ist deutlich schlechter geworden. wenn man sich die Halbrunden ansieht, sieht man immer wieder: Hinrunde gute Laufleistung-mehr Erfolg. Rückrunde schlechtere Laufleistung- weniger Erfolge.
Es kommen 2 Sachen zusammen. Damit die Mannschaft bestehen kann, müssen diese Spieler an ihre Grenzen gehen. Wenn dieser qualitativ eher begrenzte Kader, dann auch noch Formprobleme hat reicht es eben nicht mehr aus.
Und ja, zwischen Platz 7 und 18 kann fast jeder in Abstiegssorgen kommen, aber es spielen nicht 2/3 diesen destruktiven Fußball wie Hertha. Nicht Leverkusen, nicht Schalke, nicht Gladbach, nicht der HSV, nicht Augsburg.
Und wie schön wäre es gewesen wir hätten Griffo geholt ! 6,5 Mio ! Da hätte ich zur Not auch 1-2 Mio. oben drau gepackt.
Wenn wir das nicht haben. Ok dann müssen wir wohl weiter gegen den Abstieg spielen. Und dann kann man auch nichts aufbauen.
Cancun
 
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