Kritik am DFB

Stimmung, Stadion, Aktionen

Kritik am DFB

Beitragvon Walter » Sonntag 20. August 2017, 10:48

Nachdem der DFB jahrelang den Dialog mit den Fans verweigert hat, bzw. die Gespräche nur halbherzig geführt hat und abgebrochen hat, jetzt ein neues "Gesprächsangebot". Ist das ernst zu nehmen ??
Im Oly und auch in anderen Stadien waren eindeutige Transparente zu beobachten, dass die Fans dem DFB nicht trauen. Es erscheint eher eine taktische Variante des DFB, aber wirklich reden möchte man nicht.
Wie am Samstag in den Flugblättern zu lesen war gibt es eine lange Liste von Themen.
Die Mitgliederversammlung von Hertha hat schon 2012 beschlossen, dass sich Hertha gegen die fanfeindlichen Anstoßzeiten einsetzen soll. Jetzt werden Spiele auch der 1. Liga am Sonntag um 13:30 Uhr angesetzt.
Alles unter dem Diktat der TV-Sender, die ihrerseits Übertragungen immer undurchsichtiger und insgesamt auch kostspieliger machen.
Diese Vermarktung des Fußballs ist unerträglich und führt im Ergebnis zu leeren Stadien wie teilweise schon in England und Italien zu beobachten. Die Begründung, dass die TV-Gelder benötigt werden um international konkurrenzfähig zu bleiben ist nicht schlüssig. Viele Länder in Europa haben nur noch wenige Spitzenvereine, die die Meisterschaft unter sich ausspielen. Bei uns gibt es die Tendenz auch. Die Vermarktung über die TV-Gelder fördert diese Entwicklung und macht unsere Liga, die eine der besten Ligen der Welt ist, auf die Dauer in dieser Breite kaputt.
Das nur mal als ein Thema zur Eröffnung.
Zuletzt geändert von Walter am Sonntag 20. August 2017, 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DFB

Beitragvon staflip » Sonntag 20. August 2017, 12:54

Bin mir grad nicht sicher, ob das Thema hier oder im "Fußball in Deutschland"-Bereich nicht besser aufgehoben wäre. Zudem ist der Threadtitel etwas - nunja - wenig aussagekräftig. Vielleicht änderst du ihn noch in "Protest gegen den DFB", "Kritik am DFB" oder ähnliches.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon arno85 » Sonntag 20. August 2017, 17:12

Das Problem vom DFB ist, dass man zwar einerseits die Ultras im Stadion haben will, weil die fürs Produkt DFL die tolle Stimmungsfassade erzeugen, die sich so toll vermarkten lassen. Andererseits will man aber linientreue Konsumenten im Stadion, die eben alles mitmachen und nicht aufmucken.

So kann das nicht funktionieren und entsprechend wird das auch in der Szene beurteilt. Dort nimmt man das Angebot von Grindel auf Kollektivstrafen zu verzichten zwar wohlwollend entgegen, man glaubt aber nicht an einen echten Dialog auf Augenhöhe. Interessant dazu vielleicht das gerstige Kurvenecho, wo das Thema aus Sicht der bösen Buben geschildert wurde.

http://i.imgur.com/sxYGZqK.jpg
http://i.imgur.com/nR07jTb.jpg
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Schönwetterfan » Mittwoch 23. August 2017, 11:38

In der ersten Datei der letzte Absatz "... Wir sind uns bewusst: ..." trieft leider ein bisschen vor Selbstmitleid und Heldenmut. Einige der oben genannten Kritikpunkte teile ich aber, wie wohl die meisten Fußballfreunde auch.

Die von Walther angesprochene Spieltagszerstückelung ist langsam unerträglich. Es gibt eine weitere Sonntagsspielzeit und sogar der Montag wird langsam eingeführt. Wir wissen doch, dass es dabei nicht bleiben wird. Dabei unterschätzen DFB, DFL und Vereine aus meiner Sicht immer wieder den Faktor Erste Bundesliga insgesamt. Ein Spiel z.B. Mainz gegen Bremen allein am Sonntag wird mich nicht interessieren. Zeitgleich mit anderen Spielen am Sonnabendnachmittag aber ist es was ganz anderes.

Des Weiteren sollte sich das Kartellamt nochmal die jetzige Lösung beim Bezahlfernsehen mit Sky und Eurosport angucken. Das Ziel war mehr Wettbewerb, und was haben wir jetzt? Die Zuschauer müssen noch mehr bezahlen als vorher.
Logischer wäre, wenn schon dann, wenn bei beiden Anbietern quasi alles zu sehen wäre. Jetzt ist es so, als gäbe es nur bei Rewe Kekse und nur bei Edeka Bonbons.
Es fließt mehr Geld für ein schlechteres Produkt, den Nachteil zahlt der Stadionbesucher durch immer unplanbarere Anstoßzeiten.

Solange das so weitergeht, braucht man bei DFB und DFL nicht so zu tun, als würde es nicht nur um´s Geld gehen. Und es wird die Bundesliga insgesamt unattraktiver machen. Walter begründet das gut mit den Erfahrungen anderer europäischer Ligen. Es stimmt schon: Zuschauer am Fernseher machen keine Stimmung, Anhänger im Stadion umso mehr.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Walter » Mittwoch 23. August 2017, 19:00

Aktuell kommt die Sache mit den Schieris dazu, das paßt genau in die Unruhe und den Unmut. Gut, dass der Gräfe mal den Mund aufmacht, mal sehen wie lange wir ihn noch in der 1. Liga erleben. Rafatis Kritik hat überhaupt Keinen interessiert, es wird nichts aufgearbeitet und hinterfragt, er wurde eher als Nestbeschmutzer behandelt.
Dabei wird hier von einzelnen, die endlich mal den Mund aufmachen, die Realität im DFB geschildert. Mauscheleien auf allen Ebenen. Und wer die Punkte öffentlich anspricht wird ausgegrenzt und man kommt mit dem Korpsgeist: "Wir sind eine große Familie".
Sch... , es gibt das schöne Buch "FIFA Mafia", wird Zeit dass es auch das Buch: "Fußball Mafia DFB" gibt, aber das würde in dem Laden wahrscheinlich auch Niemanden interessieren.
Wie man da rankommen will ??? keine Ahnung. Der Laden ist so verfilzt, da wird man nicht viel erreichen. Und zur eigenen Sicherheit werden die Amateurvereine gekauft indem man ihnen Bonbons in Form von kleinen finanziellen Anreizen (Peanuts) gibt damit die nicht aufmucken. Genau wie bei der Fifa, das System, die Systeme funktionieren.
Nicht einmal die sichtbaren negativen Folgen ändern etwas, siehe z.B. England, wo die einfachen Menschen die Eintrittsgelder nicht mehr bezahlen können und lieber zum Spiel mit dem Billigflieger nach Deutschland kommen, oder in Italien, wo die Zuschauer schon gar nicht mehr hingehen.
Ich gebe uns noch 5 Jahre, dann läuft´s hier genauso. Dann sind die Spieltage so zerstückelt, dass jeden Tag irgendein Spiel läuft und ein Spiel z.B. Mainz gegen Freiburg außerhalb der Region(en) niemanden mehr interessiert. Schönwetterfan hat es richtig gesagt; im Rahmen der Sportschau - wenn der Spieltag weitgehend komplett übertragen wird - interessiert uns das, je weniger Bedeutung so ein Spiel für die Tabelle hat desto weniger wird es als Einzelspiel interessieren. Ergebnis: Nur noch die Großen werden volle Stadien haben, werden auch die Zuschauer an den Bildschirm bekommen, die Kleinen werden weiter benachteiligt und keine Chance mehr haben nach oben zu kommen. Ist ja heute schon schwer genug. Und das System unterstützt das immer mehr, die Großen bekommen die großen Gelder, sitzen an den Fleischtöpfen und die Kleinen schauen neidisch zu.
Warum verteilt man die Gelder nicht unabhängig vom Tabellenplatz und gibt auch den anderen Vereinen was von den CL-Geldern ab. In den europäischen Wettbewerben zu spielen ist ein sportliches Ziel, Finanzen sind wichtig, sollten aber nicht die Hauptrolle spielen.
Die Bestrebungen im System sind da (Financial Fairplay), werden aber nur halbherzig verfolgt und bestimmt nicht von "unserem" DFB. Außerdem werden eher die Kleinen damit behelligt, die Großen machen weiter was sie wollen (letztes Beispiel Neymar).
Ist alles zum K... und jetzt schaut man sich gleich wieder die Großen an - Liverpool und freut sich, dass doch noch was im öffentlich rechtlichen TV läuft.
Zuletzt geändert von Walter am Sonntag 27. August 2017, 12:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Schönwetterfan » Freitag 25. August 2017, 18:20

Das "Financial Fairplay" in Europas Fußball ist ein Witz, wenn es 220-Millionentransfers nicht verhindern kann. Aber das ist ja vielleicht das Problem. Wenn es in Europa so aussieht, wird die Bundesliga immer argumentieren, man könne ja gar nicht anders, als ebenfalls zu versuchen, Geld zusammenzusammeln (durch mehr Bezahlfernsehgeld und so).

Irgendwann muss man sich vielleicht aus dem ganzen System ausklinken. Aber wenn das einer allein macht, bringt es leider nichts.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Schönwetterfan » Samstag 16. September 2017, 15:26

Heute nur 4 Spiele zeitgleich am Sonnabendnachmittag, nicht mal mehr die Hälfte des Spieltags. Ich hatte mir eingebildet, dass die DFL das nicht machen wird. Das war wohl naiv. Sollen sich die Bezahlfernsehfußballgucker drüber freuen. Aber der DFB soll sich nicht drüber beschweren, wenn die Fans ihn scheiße finden! :evil:
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Käp71 » Sonntag 17. September 2017, 10:15

Das Spiel in Hoffenheim bleibt bei mir (leider) weitgehend auf der Strecke. Die Anstoßzeit passt nicht in meinen Kram. Es wird im Umfeld auch schwieriger, die Zeiten unter einen Hut zu bekommen und vielleicht noch verständlich zu machen, dass die Anstoßzeitenzerstückelung voranschreitet und immer unerfreulichere Formen annimt.
Dann kann das Produkt eben wenigstens teilweise nicht konsumiert werden.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon arno85 » Sonntag 17. September 2017, 10:20

Die Anstoßzeiten zu kritisieren ist das eine, ich habe aber noch keinen gehört, der sich über die neuen Millionen die es dafür gab beschwert hat. Im Gegenteil, klingt nebenan vielmehr durch, dass viele es gerne gesehen hätten, wenn noch mehr Millionen in Transfers investiert worden wären. Ich habe auch keinen gesehen, der sich darüber beschwert hätte, dass Hertha diese Saison das größte Budget der Vereinsgeschichte angekündigt hat.

Beides geht nicht zusammen.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Käp71 » Sonntag 17. September 2017, 10:34

arno85 hat geschrieben:Die Anstoßzeiten zu kritisieren ist das eine, ich habe aber noch keinen gehört, der sich über die neuen Millionen die es dafür gab beschwert hat. Im Gegenteil, klingt nebenan vielmehr durch, dass viele es gerne gesehen hätten, wenn noch mehr Millionen in Transfers investiert worden wären. Ich habe auch keinen gesehen, der sich darüber beschwert hätte, dass Hertha diese Saison das größte Budget der Vereinsgeschichte angekündigt hat.

Beides geht nicht zusammen.


Die Preise flippen völlig aus. Was nutzt da "mehr" Geld, wenn man sich dafür nichts vernünftiges kaufen kann.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon thommy » Sonntag 17. September 2017, 15:33

Käp71 hat geschrieben:
arno85 hat geschrieben:Die Anstoßzeiten zu kritisieren ist das eine, ich habe aber noch keinen gehört, der sich über die neuen Millionen die es dafür gab beschwert hat. Im Gegenteil, klingt nebenan vielmehr durch, dass viele es gerne gesehen hätten, wenn noch mehr Millionen in Transfers investiert worden wären. Ich habe auch keinen gesehen, der sich darüber beschwert hätte, dass Hertha diese Saison das größte Budget der Vereinsgeschichte angekündigt hat.

Beides geht nicht zusammen.


Die Preise flippen völlig aus. Was nutzt da "mehr" Geld, wenn man sich dafür nichts vernünftiges kaufen kann.


... aber mit weniger Geld kannste noch weniger "vernünftiges" kaufen ;)
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Moep_BSC » Sonntag 17. September 2017, 15:56

Käp71 hat geschrieben:
arno85 hat geschrieben:Die Anstoßzeiten zu kritisieren ist das eine, ich habe aber noch keinen gehört, der sich über die neuen Millionen die es dafür gab beschwert hat. Im Gegenteil, klingt nebenan vielmehr durch, dass viele es gerne gesehen hätten, wenn noch mehr Millionen in Transfers investiert worden wären. Ich habe auch keinen gesehen, der sich darüber beschwert hätte, dass Hertha diese Saison das größte Budget der Vereinsgeschichte angekündigt hat.

Beides geht nicht zusammen.


Die Preise flippen völlig aus. Was nutzt da "mehr" Geld, wenn man sich dafür nichts vernünftiges kaufen kann.


die steigenden Preise sind aber nicht die Schuld des DFB, sondern liegen an der Erschließung des asiatischen Marktes (insbesondere durch die Premier League) und die steigende Zahl an finanzkräftigen Investoren. ohne die zusätzlichen Millionen durch den neuen TV-Vertrag hätten wir die Verträge mit Leistungsträgern wie Weiser, Platte, Stark & Co vermutlich nicht verlängern können
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Schönwetterfan » Sonntag 17. September 2017, 16:35

Moep_BSC hat geschrieben:
Käp71 hat geschrieben:
arno85 hat geschrieben:Die Anstoßzeiten zu kritisieren ist das eine, ich habe aber noch keinen gehört, der sich über die neuen Millionen die es dafür gab beschwert hat. Im Gegenteil, klingt nebenan vielmehr durch, dass viele es gerne gesehen hätten, wenn noch mehr Millionen in Transfers investiert worden wären. Ich habe auch keinen gesehen, der sich darüber beschwert hätte, dass Hertha diese Saison das größte Budget der Vereinsgeschichte angekündigt hat.

Beides geht nicht zusammen.


Die Preise flippen völlig aus. Was nutzt da "mehr" Geld, wenn man sich dafür nichts vernünftiges kaufen kann.


die steigenden Preise sind aber nicht die Schuld des DFB, sondern liegen an der Erschließung des asiatischen Marktes (insbesondere durch die Premier League) und die steigende Zahl an finanzkräftigen Investoren. ohne die zusätzlichen Millionen durch den neuen TV-Vertrag hätten wir die Verträge mit Leistungsträgern wie Weiser, Platte, Stark & Co vermutlich nicht verlängern können


Das Spiel Hoffenheim gegen Hertha interessiert in Asien einen Mückenschiss! Das Problem ist sozialerer Natur. Es ist leider möglich, mit Bezahlfernsehen den großen Reibach zu machen. Es reicht aus, wenn eine Minderheit der Fußballanhänger eine bestimmte Summe zahlt. Damit lässt sich hervorragend verdienen. Die Folge ist, dass Fußballspieler und Berater doppelt soviel Geld kriegen, wie früher, obwohl sie sicher nicht doppelt so gut sind wie die Spieler von früher.
Kein Fußballspieler der frührenden europäischen Ersten Ligen würde leiden, wenn er nur die Hälfte von dem bekommen würde, was er heute kriegt. Aber der Markt wird eben mit Geld zugeschissen.

Die Folge ist, dass die Mehrheit der Anhänger des Volkssports Fußball heute 5 (Tagesschau) bis 6einhalb (Sportschau) Stunden warten darf, bis was vom Mittagsspiel kommt; dass die Sonnabendnachmittagskonferenz mit nur 4 Spielen einfach nur traurig ist; und dass der normale Fußballfan, der nicht gewillt oder in der Lage ist, gleich mehreren Bezahlsendern Geld hinterherzuschmeißen, in dieser Saison teilweise bis Montagabend nach 23 Uhr warten muss, bis er sich endlich die fertige Tabelle nach einem Spieltag angucken kann.

Aber vielleicht will man ja auch das Bezahlfernsehen als Abwehrmöglichkeit gegen die Milliardenscheichs verkaufen.
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Re: Kritik am DFB

Beitragvon Walter » Mittwoch 4. Oktober 2017, 19:09

Das Problem bei der Diskussion um das Bezahl-TV ist doch (auch), dass sich eine sozial schwächere Schicht das Erlebnis Bundesliga oder 2. Liga live kaum noch leisten kann. Abgesehen mal von den Menschen die entfernt von Bundesliga-Stadien wohnen und sich eh keine Reise in weit entfernte Stadien leisten können oder wollen.
In diese Lücken gehen die Bezahl-Sender, Abos, die einen großen Teil der Spiele abdecken, können sich sogar sozial Schwache leisten, und wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat kann sich das gesamte Programm zusammen kaufen.
Dass die Fans als Live-Besucher da andere Meinungen haben ist klar, nur zum Teil bezahlen die auch echt wenig in den Fankurven und für Fans hat der Spieltag auch einen ganz anderen Stellenwert in ihrem Leben.
Dass die Politik der Vollversorgung über TV im Ergebnis die Stadien leeren wird, ist eine These und es ist fraglich, ob das wirklich interessiert. Eintrittspreise bringen bei Weitem weniger Geld als die TV-Gelder. Die Fankurven sind gut für die Stimmung, bleibt die Frage wie lange es dauern wird bis notfalls Stimmung per Toneinspielung erzeugt wird. Siehe teilweise Amerika.
Die Entwicklung ist national und international einfach sch..., und ehrlich gesagt habe ich zumindest keine Ahnung wie man das verhindern könnte. Ich habe gerade Ägypten oder die Türkei vor Augen wo Spiele ohne Zuschauer stattfinden (Ägypten) oder Gästefans nicht zugelassen werden (Türkei). Und in diesen Ländern läuft Fußball im Bezahl-TV Tag und Nacht und die Leute hängen vor der Glotze oder vor den iPhones.
In Katar interessiert sich kaum ein Mensch live für Fußball, da spielt man vor leeren Rängen und dieses Land kauft sich die WM.
Deutschland geht den englischen Weg. Man zerstückelt den Spieltag um mehr TV-Gelder zu requirieren und erhöht den Komfort (und die Preise) in den Stadien um zahlungskräftiges Publikum anzuziehen (interessant für die Werbesponsoren). Und hier in Berlin - und auch in diesem Forum - wird dieser Weg argumentativ mit gegangen - neues Stadion mit besserem Komfort für weniger Zuschauer, die aber mehr Eintritt bezahlen können).
Wie oben schon gesagt, mir fehlt eine Idee wie man gegen diese Entwicklung ankommt.
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